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Tee-high auf dem Berlin Tea Festival

Letzten Samstag fand das erste Tea Festival in Berlin statt und natürlich konnte ich mir dieses besondere Event nicht entgehen lassen. Angeboten wurden 20 Workshops verschiedener Art und 30 Aussteller hatten die Chance ihren Tee oder andere Waren passend dazu an die Frau/den Mann zu bringen. Vor allem wer asiatische Tees mag, hatte hier ein zu Hause gefunden. Für mich vergingen acht Stunden im Reich des Tees wie im Flug und ich fühlte mich regelrecht Tee-high.

©Berlin Tea Festival

Das Festival fand in den großzügigen Räumlichkeiten der Heilig-Kreuz-Kirche in Kreuzberg statt. Gleich am Anfang gelang den Veranstaltern ein kluger Kniff. Mit der Eintrittskarte gab es für jeden Besucher einen kleinen Teebecher mit dem man jederzeit umweltfreundlich und vor allem hygienisch Tee und Wasser konsumieren konnte. Aber bevor ich mich an die Verkostung machte, dachte ich an etwas ganz anderes: Den Secondhand Teewaren-Markt. Dieser fand in den Außenräumen der Kirche statt. Dies war ein etwas kaltes Unterfangen, denn ich hatte meinen Mantel an der Garderobe abgegeben. Doch meine Neugierde wurde sofort belohnt. Auf den ersten Blick fand ich eine wunderschöne Chawan, eine japanische Teeschale, für die Zubereitung und den Genuss von Matcha. So hatte ich mein Ziel, eine neue Chawan zu finden, schon in den ersten Minuten erreicht. Auf diese Weise konnte der Tag weiter gehen!

Meine Begleitung hatte ebenfalls Glück und fand kleine Teeschälchen aus Jade (rechtes Bild)

Drei Workshops

Der erste Workshop an dem ich teilnahm, war das Matcha Seminar - Der perfekte Matcha, welcher von Elke von Teerausch geleitet wurde. Interessant fand ich, dass Elke Chado, den japanischen Weg des Tees geht. In 45 Minuten wurde den Teilnehmern erklärt, was Matcha ist, welche Hilfsmittel man braucht und wie man das gemahlene Teepulver zubereitet. Das war eine ideale Einführung für alle Matcha-Interessierten. Zur Verkostung stellte Elke zwei unterschiedliche Sorten zur Verfügung. Der erste Matcha wurde als femininer Geschmack bezeichnet, der Andere als maskuline Variante. Mir persönlich haben beide Sorten geschmeckt, wobei ich die maskuline Sorte bevorzugen würde. Die Verkostung wurde am Anfang und am Ende mit Musik von der japanischen Bambusflöte Shakuhachi untermalt. Die Lieder, welche von Peter gespielt wurden, klangen wie aus einer anderen Welt.

 

Ein paar von euch haben mich auf Instagram gefragt, warum ich an einem Matcha-Seminar teilnehme, wenn ich mich im Metier auskenne:

 

Nun, es ist spannend dabei zu zuschauen wie andere Menschen Matcha sehen und ihn zubereiten. Es gibt immer den einen oder anderen Kniff zu lernen. Außerdem unterscheiden sich die Geschichten jedes Zubereitenden, obwohl Matcha alle zusammen führt.

Der zweite Kurs handelte von japanischen Tee im Allgemeinen. Unter dem Titel Nihon Cha - japanischer Tee erzählte uns Jennifer, welche auch im MachaMacha in Berlin arbeitet, ihren Weg des Tees. Besonders spannend fand ich, dass sie ein halbes Jahr in Japan gelebt hat, um auf einer Teefarm zu arbeiten. Ihr Wissen vom Anbau der Blätter bis hin zur unterschiedlichen Verarbeitung des Tees teilte sie mit uns und wir lauschten gespannt ihren Erzählungen.

Nach dem Vortrag fragte ich Jennifer, ob es als Frau nicht besonders schwierig sei, in der von Männern dominierten Teeanbau-Kultur zu arbeiten:

Sie meinte, dass dies stimme, aber sich die Lage für Frauen verbessere. Danach erzählte sie, dass die Teefarm auf der sie gearbeitet hatte, gerade den ersten Platz für ihren Tee erhalten hat. Den Stolz darüber konnte man in ihrem Gesicht ablesen – Was für eine Freude!

Der letzte Workshop wurde von den Tea Addicts aus Hamburg geleitet. Unter dem Motto Sensorik-Training mit Tee stellen sie die Teilnehmer bzw. das Geruchsempfinden dieser auf die Probe. 23 Behälter, gefüllt mit unterschiedlichen Zutaten aus dem Alltag, durften von den Nasen der Teilnehmer erraten werden – oder eben auch nicht erraten. Von insgesamt 23 Proben habe ich 15 richtig, 5 falsch und 3 gar nicht erkannt. Ein interessantes Spiel um sich mehr mit seiner Umwelt zu beschäftigen. Anschließend wurden noch zwei unterschiedliche Arten Tee serviert: Laut Stephan, einem der Tea Addicts, gab es einmal ihren japanischten Grüntee aus China und einmal ein Schwarztee aus Georgien. Spannend fand ich herbei, dass der Schwarztee, welchen ich schon vorher am Stand aus einem Somowar probiert hatte, ganz anders normal zubereitet geschmeckt hat. Wieder ein Beweis, dass Tee im Geschmack sehr wandelbar ist.

Und sonst so?

Zwischen den Workshops habe ich mich durch verschiedene Grüntees und als Ausgleich durch Teemischungen getrunken. Gut fand ich, dass auch Essen auf dem Festival angeboten wurde. Sowohl mit Süßem wie auch mit Herzhaftem konnte man nicht nur den Hunger stillen, sondern auch seine Zunge neutralisieren. 

 

Zu einem weiteren tollen Fang zählt eine Camellia sinensis, eine Teepflanze, welche ich am Stand von Liu - Tea & Art ergattert hatte. Die chinesische Teepflanze wurde in Deutschland angebaut. Deshalb stehen die Chancen nicht schlecht, dass sie ein glücklicher Teebusch werden kann und in drei Jahren wäre die Pflanze so weit, dass man sogar die ersten Teeblätter ernten kann. Ich bin gespannt, ob sie es so lange bei mir aushält.

 

Nach acht Stunden in der Welt des Tees verließ ich voller positiver Eindrücke das Event. Ich war glücklich die Fahrt von München nach Berlin angetreten zu haben und vor allem eins: Tee-high.

Wer von euch war auch dort? Habt ihr es auch so genossen oder hat euch was gefehlt?

 

Wer nicht da war, kann sicher sein, dass nächstes Jahr oder spätestens in zwei Jahren das Event wiederholt wird. Ich danke den Veranstaltern, den Ausstellern und allen Helfern für so eine schöne Veranstaltung. 

 

Bis zum nächsten Mal in Berlin

floratcha

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